Es ist Freitag vor Pfingsten, vier Uhr in der Früh. Wir packen unsere Foto-Ausrüstung zusammen und fahren vom Campingplatz nach Binz hinein bis an die Steilküste. Marcus ( www.marcusfrank.com) nimmt hier an der Außenstelle des Standesamtes die aufgehende Sonne in Zeitraffer auf. Und Jan läuft am Strand entlang und hält alles fest, was ihn gefällt.

Mich treibt es diesmal noch weiter nach Osten, als gestern Abend. Ich finde ein paar einsame Bänke und wenig später, direkt an einer kleinen Landzunge, diesen alten, verlassenen Aussichtsturm. Wozu er diente, weis ich nicht. Aber ich muss unbedingt hinauf. Passender Weise, steht direkt daneben eine kleine Buche, deren Äste einen problemlosen Aufstieg ermöglichen.

Das Gerüst ist noch sehr stabil, der einstige Holzboden dagegen allerdings längst verrottet. Die Aussicht vom Turm seht ihr oben. Der Blick reicht leider kaum über die Baumkronen hinweg, da der Turm einfach nicht hoch genug ist.

Wieder unten, stapfe ich im sonnenbefleckten Wald durch Unmengen von Laub, denn die Standardwege sind mir natürlich zu langweilig.

Im dunklen Buchenwald kann man wunderbar gegen die Sonne fotografieren und mit Flares herumspielen. Unterwegs schaue ich mir aber auch die Vegetation an. Es ist immer spannend zu sehen, welche Pflanzen wo wachen. Deshalb werdet Ihr in diesem Blog auch immer solche aufnahmen finden.

Hier der Ausblick vom Wanderweg oben auf den Hängen:

 

Unsere Buchenwälder sind von Natur aus heimisch. Die Buche ist eine Schatten ertragende Baumart, benötigt also wenig Licht zum wachsen. Deshalb ist es in Buchenwäldern auch so dunkel und in ihnen finden sich auch wenige andere Baumarten und schon gar keine, die viel licht benötigen. Eine Fichte beispielsweise, würde nur überleben, wenn ihre Krone über der von der Buche läge. Das hängt aber von der Schnelligkeit des jeweiligen Wachstums ab. Irgendwann hätte die Buche auch die Krone der Fichte erreicht und würde ihr das Licht wegnehmen. In der Rostocker Heide wurden Rotbuchen unter Fichten gepflanzt, um dort später wieder den heimischen Buchenwald zu haben. Bis die Buchen allerdings so groß werden, dass sie die Fichtenkronen erreichen, sind die Fichten schon so ausgewachsen, dass diese je nach Stammesbreite, einzeln entnommen wurden.

 

Zum Vergleich mit dem Sonnenuntergang von gestern – Die Aussicht von der Steilküste in Richtung Binzer Seebrücke:

Zurück im Camp machen wir uns erst einmal Frisch und packen alle Sachen zusammen. Denn heute geht es in den Nationalpark Jasmund und zum Königsstuhl. Während Marcus und Jan warten, dass die Duschen um sieben Uhr geöffnet werden, mache ich mich schon einmal auf den Weg. Ich will unterwegs noch Prora besichtigen, wo kurze Zeit vorher auch schon Alex ( sekundensammler.wordpress.com) war.

 

Prora Nord

Die alten Gebäude sind so mit Stahl durchzogen, dass sie uns wohl noch einige Zeit erhalten bleiben werden:

Gerade, als mein erster Akku alle wird, sind die beiden auch schon fertig und wir machten uns auf den Weg nach Lohme, dem Startort unserer kleinen Wanderung an den Kreidefelsen.

 

Nationalpark Jasmund

Der Parkplatz in Lohme kann immer nur für einen Tag (8 bis 20 Uhr) gemietet werden. Deshalb müssen wir uns am nächsten Tag auch beeilen, um wieder pünktlich dort zu sein.

An einem kleinen Abzweig entscheiden wir uns für den Erlebnispfad, der dann auch wirklich zum Erlebnis wird:

Da das alles hier ja Naturschutzgebiet ist, sollte man eigentlich nicht auf den Hängen herumklettern. Der Pfad verliert sich allerdings und am Strand wollen wir nicht laufen, weshalb wir dann doch den anstrengenden Pfadweg nach oben nehmen.

Jan ist danach ganz schön kaputt. Aber das liegt wohl auch an seiner Ausrüstung, die an ihm herabbaumelt:

Dafür werden wir jetzt mit tollen Aussichten belohnt:

Auf den Königsstuhl gehen wir nicht, denn auch um die Aussicht dort genießen zu können, muss man den Eintritt von 8,50 Euro als Erwachsener zahlen. Das ist uns dann doch zu viel. Also gehen wir weiter zur Victoria Sicht, von der aus man genau den Königsstuhl sieht.

Mit der Sonne im Rücken über auf der kleinen Aussicht-Plattform des Victoria-Felsens mit tollem Blick.

Von hier an (Königsstuhl Richtung Sassnitz) sind die Wege viel beschaulicher und die Kreidefelsen weit höher als vom Königsstuhl Richtung Lohme. Wir gehen weiter bis zum nächsten Abgang …

… und von dort aus unten am Strand wieder zurück.

Von unten sehen die Kreidefelsen viel beeindruckender aus und man kann genau sehen, wie weit die oberen Bodenschichten über die festen Mineralschichten ragen. Schön sind auch die Strukturen in den Abbrüchen.

Zwischendurch gönnen wir uns immer wieder Pausen, denn wir haben ja relativ viel Zeit. Es gibt Bananen, Müsli-Riegel, Würstchen, trockenens Brot mit etwas Aufstrich und immer wieder auch Süßigkeiten zwischendurch (praktisch hierfür sind Gürteltaschen am Rucksack).

An der Landzuge kurz hinter dem Königsstuhl schlagen wir unser Lager auf und genießen den Sonnenuntergang, den Marcus auch wieder in Zeitraffer festhält.

 

Weitere Artikel zum Beitrag

#1 – Entspannt ankommen in Binz auf Rügen
#2 – Auf zum Königsstuhl, Nationalpark Jasmund
#3 – Von Jasmund zum Kap Arkona
#4 – Zum Mittelpunkt von Hiddensee
#5 – Leuchtfeuer auf Hiddensee

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